Antwone Fisher

Für sein Regiedebüt hat Denzel Washington die autobiographische Erzählung des Lebens seines Drehbuchautors gewählt und damit einen Film geschaffen, den man direkt in eine Reihe mit den letzten Filmen von Gus van Sant setzen kann. Denn wie bei "Good Will Hunting" und "Finding Forrester" geht es vor allem um die Geschichte zweier sehr unterschiedlicher Menschen, die voneinander lernen können und die das Schicksal zusammenführt. Antowne Fischer ist Seemann bei der amerikanischen Marine und wird nach einer Handgreiflichkeit zu drei Terminen mit einem Psychologen verdonnert, der nun ein Profil über den Seemann, der schon öfters Streitigkeiten mit der Faust beenden wollte, erstellen soll. Ersteinmal scheint es so, als hätte Antwone seinem Gegenüber nichts zu erzählen, was diesen nicht zu stören scheint. Irgendwann, so glaubt Jerome Davenport, wird der Junge schon anfangen, ihm etwas zu erzählen. Damit liegt er völlig richtig und so erfährt er nach und nach etwas über die schrecklichen Details von Antwones Kindheit. Antwone kam in einem Gefängnis zur Welt und wurde in der Familie eines Predigers aufgezogen. Während ihm die Frau des Predigers, immer wenn sie es für sie nötig hält, verprügelte, zwang ihn seine Stiefschwester früh zu sexuellen Handlungen. Dies sind und bleiben nicht die einzigen grauenvollen Details, die aus Antwone einen von Psychosen geplagten und aggressiven jungen Mann gemacht haben. Zum Glück ist es nicht nur das immer besser werdende Verhältnis zu seinem Psychologen, das Antwone von nun an Kraft gibt, sich diesen Details seines jungen Lebens zu stellen, es ist auch die langsam erblühende Liebe zu einer Frau, die ihm auch weiterhilft, als der Psychologe ihn plötzlich auf die Probe stellt und seine Behandlung für beendet erklärt, da sich Antwone nun ganz alleine seiner Vergangenheit stellen muß, um über diese hinwegzukommen.

Hätte diese Geschichte, bei der der Regisseur bloß zu versuchen scheint, seinen Helden und die von ihm selbst gespielte Figur des Psychologen so sympathisch wie möglich aussehen zu lassen, etwas mehr Kanten und Ecken, an die sich die Gemüter der Zuschauer hätten reiben können, dann wäre sie wohl ein besserer Film geworden. Da es schon die eben erwähnten Filme von Gus van Sant und die von anderen Filmemacher gibt, in der es um die Beziehung zwischen einem jungen Menschen und einem älteren Menschen geht, die voneinander viel lernen könnten, wenn sie sich die Zeit nehmen, sich genauer kennenzulernen, scheint die Beschreibung des wirklich harten Lebens von Antwone Fisher uns doch schon sehr bekannt und kann nur in den Momenten, in denen die Pein des Helden drastisch auf die Leinwand gebracht wird, unser Mitleid gewinnen. Das alles ist um so bedauerlicher, da die darstellerische Leistung des Hauptdarstellers Derek Luke wirklich bemerkenswert ist.