Von Soldatenehre und Polizeiarbeit. "Tränen der Sonne" & "Hollywood Cops"

Die Hollywoodfilme, die jetzt und demnächst um die Gunst des deutschen Kinopublikums kämpfen, drehen sich allesamt um Themen, die dem Kinopublikum längst bekannt sind. So haben wir es bei "Tränen der Sonne" mit einem Militärspektakel zu tun, wie es sich nur Hollywoodproduzenten ausdenken können. Man nehme einen der größten Krisenherde unserer schönen Welt und lasse dort eine amerikanische Bürgerin für eine Hilfsorganisation ihren sozialen Dienst verrichten. Doch von oberer Stelle aus glaubt man nun nicht mehr daran, noch länger die Sicherheit, die es in diesem afrikanischen Land sicherlich noch nie richtig gegeben hat, für diese Bürgerin garantieren zu können und so beschließt man, sie von einer Spezialeinheit aus dem Land zu holen zu lassen. Als die Spezialeinheit bei der Ärztin ankommt, will diese aber, daß man nicht nur sie aus dem Land holt, sondern auch all jene, um deren Wohl und Gesundheit sie sich gerade zu kümmern hat. Der Einsatzleiter des Trupps, der ein wirklich ganz harter Typ ist, geht ersteinmal auf den Wunsch ein, doch nachdem der rettende Hubschrauber erreicht wurde, erklärt er die Abmachung für null und nichtig. Nur die amerikanische Bürgerin soll in den Hubschrauber steigen. Doch gerade hat der Hubschrauber vom Boden abgehoben, da fällt der Blick des eigentlich doch recht gutherzigen Soldaten auf die Gruppe von Zivilisten, die nun rettungslos verloren ist, da es nicht lange dauern wird, bis die bösen Rebellen bei diesen sind und sie alle umbringen. Und so entscheidet er sich dafür, auch diese Zivilpersonen in Sicherheit zu bringen. Von nun an warten zahlreiche Gefahren auf die sich durch den Dschungel kämpfenden Helden.

Entweder sollte man mit dem nötigen Ernst oder wenigstens mit viel Spott in einem Hollywoodfilm über reale Krisenherde berichten. Mit "Three Kings" und Filmen wie "Under Fire" oder "The Killing Fields" ist so manchen Hollywoodregisseur dies gelungen. Der sich mit dem Film "Training Day" einen Namen gemachte Filmemacher Antoine Fuqua verliert sich in ein Bilderbuchmilitärspektakel der schlimmsten Sorte, bei dem man sich auch bei aller Bewunderung der Schönheit von Monika Bellucci, die die Ärztin spielt, in seinen schlimmsten Erwartungen bestätigt sieht. Und auch Bruce Willis, der mal wieder als Bilderbuchsoldat und Held herzuhalten hat, sollte sich endlich mal wieder nach einem vernünftigen Drehbuch umschauen. Zeigte nicht noch das europäische Bravourstück "No Men's Land", daß es auch anders geht. Oder haben Hollywoodproduzenten aus Flops wie "Black Hawke Down" und "Wir waren Helden" nichts gelernt? Aber vielleicht verdient man mit solchen Filmen bei der Video- und DVD-Auswertung immer noch viel zu viel. Aber auch der nächste Film, bei dem es um ein ungleiches Polizistenduo geht, verliert sich in den Wiederholungen der Hollywoodmaschinerie.

"Hollywood Cops" zeigt uns die Ermittlungsarbeit eines ungleichen Duos, das die brutale Ermordung einer Gruppe von Rappern aufzuklären hat. Dabei stoßen sie auf einen reichen Musikproduzenten. Außerdem erleben wir mit, wie einer der beiden Cops sich als Makler versucht und wie ein Cop, der im Inneren Dienst tätig ist, der also gegen straffällig gewordene Polizisten ermittelt, versucht, diesem etwas anzuhängen, dabei weiß der böse Cop noch nicht einmal, daß sein Haßobjekt sogar ein Verhältnis mit seiner Frau hat. Der junge Partner des Hobbymaklers hat auch keine Lust so richtig in die Ermittlungen einzusteigen, da er viel lieber als Schauspieler arbeiten möchte. Außerdem hat er auch einen Nebenjob, bei dem er versucht, das körperliche und seelische Gleichgewicht von Frauen wieder herzustellen. Am Ende der Geschichte, die auf 116 Minuten in die Länge gezogen wird, gibt es auch noch die obligatorische Verfolgungsjagd zu sehen.

Was bringt uns dieser Film? Er bringt uns gar nichts, außer die Erkenntnis, daß nicht nur Bruce Willis Probleme hat, ein gutes Drehbuch zu finden. Auch Harrison Ford weiß wohl nicht mehr so richtig, was ein guter Film ist und richtet sich bei seiner Filmwahl wohl nur noch nach der Höhe seiner Gage. Wirklich kein Kinopublikum dieser Welt hat es verdient, von "Hollywood Cops" so gelangweilt zu werden.