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Weiter mit Ausgabe #2, #3, #4, #5, #6

Kenshin #1, erschienen bei Egmont (Manga & Anime)

Autor und Zeichner: Nobuhiro Watsuki

Nachdem der Bürgerkrieg die Zeit des Shogunats beendete und in der folgenden Meiji-Zeit das Tragen von Schwertern verboten wurde, war es zu einer Zeit der Veränderung gekommen. Doch immer noch hielten sich die Legenden der großen Kämpfer im Gedächtnis der Menschen. Einer dieser Kämpfer war ein Samurai, der unter dem Namen Battosai, der Attentäter zur Legende wurde. Genau dieser Mann sorgt unter den Bürgern von Tokio für Unruhe und vergrößert den schlechten Ruf der Kamya-Kasshin-Schule. Kaoru, die Tochter des ehemaligen Schulleiters, versucht dies zu ändern, indem sie sich jedem Schwertträger stellt, den sie findet. Erst stößt sie auf einen jungen Vagabunden, der aber mit einem Schwert kämpft, das eine verkehrte Klinge hat und mit diesem kann man eigentlich keine Menschen töten. Danach scheint sie es mit Battosai zu tun bekommen. Dieser ist ein riesiger und kräftiger Kerl, der den Polizisten der Stadt zusetzt. Bevor Kaoru eine Dummheit anstellen kann, wird sie von dem Vagabunden gerettet und in Sicherheit gebracht. Die Wege von Kenshin, so der Name des Vagabunden, der in Wirklichkeit niemand anders ist als der gesuchte Battosai und Kaoru, werden sich wieder kreuzen und zusammen werden sie den Namen der Kamya-Kasshin-Schule reinwaschen. Irgendwie scheint sich Kenshin dort auch wohl zu fühlen und dies ist auch gut so, da Kaoru und ihr erster Schüler Yahiko noch öfters seine Hilfe in Anspruch nehmen werden. Natürlich verschafft sich Kenshin so auch viele Feinde, die immer stärkere Gegner gegen ihn aufhetzen.

"Kenshin" ist ein sehr unterhaltsamer Manga, bei dem es vor allem um Schwertduelle und um die Freundschaft der ständig wachsenden Zahl der Hauptpersonen geht. Die Zeichnungen gefallen mir auch sehr gut, da der Künstler auf allzuviel dümmliches Grimassenschneiden verzichtet. Außerdem hat man sogar einiges zu lesen und zu gucken, so daß sich der Kaufpreis sogar rechnet, was derzeit ja immer seltener der Fall ist.

Kenshin #2, erschienen bei Egmont (Manga & Anime)

Autor und Zeichner: Nobuhiro Watsuki

Das Problem mit den Hiruma Brüdern und somit auch die Feindschaft zwischen Kenshin und Sanosuke Sagara, dem ehemaligen Mitglied der Sekihotai, einer Armee bestehend aus einfachen Bürgern, die für die Einhaltung der Halbierung der jährlichen Abgaben sorgen sollte, die dann aus politischen Gründen aber wieder aufgelöst wurde, wird beendet. Schnell ist aber ein neuer gefährlicher Gegner gefunden. Dieser heißt Kurogusa und ist ein außer Kontrolle geratener Attentäter, der scheinbar nur noch aus Spaß es sich zum Ziel gemacht hat, Politiker und reiche Beamte zu töten. Kurogusa besitzt mit einer Geistesfähigkeit, die sich "Der Fluch des steinernen Herzens" nennt, eine ungemein effektive und tödliche Kraft. Kein leichter Gegner für Kenshin und seine Freunde. Am Ende handeln sich dann Kenshin und Sagara noch weiteren Ärger ein, indem sie einer Frau behilflich sind, die aus den Fängen des mysteriösen Kanryu zu fliehen versucht. Wenig ist über diesen Kanryu bekannt, man weiß nur von ihm, daß er ein Händler ist, der es sich leisten kann, eine eigene Leibgarde zu beschäftigen.

Eigentlich war es ja klar, wie diese Serie weitergeht. Die Helden bekommen mit einem mächtigen Kämpfer Ärger und immer kommt es am Ende zu einem Duell zwischen den Kontrahenten. Da sich auch auf der zwischenmenschlichen Ebene diesmal kaum etwas abspielt, bleibt dieser Band also vor allem ein Comic mit rasanten Kampfszenen. Und da man am Ende immer weiß, daß der Held als Sieger herausgehen wird, kann auch dies kaum beeindrucken. Kenshin wird damit ein Held für zwischendurch, der einen ein paar Minuten lang unterhalten kann.

Kenshin #3, erschienen bei Egmont (Manga & Anime)

Autor und Zeichner: Nobuhiro Watsuki

Kenshin will sich weiter um das Wohl von Megumi kümmern, die aus den Fängen des einflußreichen Händlers Kanryu Takeda geflohen ist. Da Takeda auch eine eigene Leibgarde unterhält und sogar auf die Kräfte der von Aoshi Shinomori angeführten Oniwa Banshu zurückgreifen kann, stellt Kenshi sie ersteimal unter seinen persönlichen Schutz. Da es sich bei den Oniwa Banshu um eine Gruppe kaltblütiger Killer handelt, die alle über besondere Fähigkeiten verfügen, stehen Kenshi und seinen Freunden schwere Zeiten bevor. Außerdem gilt es noch herauszufinden, warum Takeda Megumi unbedingt wieder zurück haben will. Außerdem kommt es zu Spannungen zwischen Megumi und Kaoru, da beide Frauen sich auch persönlich für unseren Helden interessieren. Sanosuke interessiert sich da mehr für den Urheber des Opiumhandels, dem ein Freund zum Opfer gefallen ist.

Unterhaltsame Lektüre mit vielen Kämpfen, in denen der Autor und Zeichner weiterhin seine Vorliebe für amerikanische Superheldencomics verarbeitet. Einer von Kenshins Gegnern sieht einen grünen Giganten aus dem Hause Marvel sehr ähnlich. Als Bonus gibt es noch die erste Fassung von "Kenshin, dem Vagabunden", die damals aber nicht herausgebracht worden ist.

Kenshin #4, erschienen bei Egmont (Manga & Anime)

Autor und Zeichner: Nobuhiro Watsuki

Kenshin, Sanosuke und Yahiko haben sich aufgemacht, um Megumi, die von dem skrupellosen Gangster Kanryu Takeda zur Herstellung von Opium gezwungen wurde, zu befreien. Ihnen stellt sich aber die von Aoshi Shinomori angeführte Ninjagruppe Oniwa Banshu entgegen. Da jedes Mitglied der Oniwa Banshu über eine besondere Kraft verfügt und sich diese einzeln ihren Gegnern stellen, gibt es so manchen Zweikampf für Kenshin zu bestehen. Doch der gefährlichste Gegner ist der Anführer selbst und bei diesem scheint sogar Kenshin seinen Meister gefunden zu haben.

Wieder verbeugt Nabouhiro Watsuki sich bei jeden neuem Gegner, den er gegen seine Helden in den Kampf schickt, vor dem amerikanischen Superheldencomic. Einer der Oniwa Banshu zeigt sogar, daß er Eisenkrallen hat, die denen des Mutanten Wolverine total ähnlich sind. Wer also seitenlange Zweikämpfe mag, der wird auch in dieser Ausgabe voll auf seine Kosten kommen. Ansonsten ist es auch schön, daß selbst die Bösen dieser Geschichte nicht wirklich böse sind, sondern sich eher der Ehre wegen ihren Gegnern in den Weg stellen. Einen Minuspunkt gibt es aber dafür, daß man den kleinen Yahiko nicht zu Hause gelassen hat. Dieser darf nur dumme Grimassen schneiden und doofe Kommentare abgeben. Darauf hätte man auch verzichten können.

Kenshin #5, erschienen bei Egmont (Manga & Anime)

Autor und Zeichner: Nobuhiro Watsuki

Die ersten drei Kapitel dieses Bandes befassen sich zum größten Teil mit Yahiko, der im geheimen eine Nebentätigkeit in einem Restaurant nachgeht und der bei dieser Arbeit an skrupellose Diebe gerät. Wird er ohne die Hilfe seiner Freunde mit diesen fertig werden? Danach erleben Kenshin und seine Freunde im Dojo von Miyauchi Maekawa, wie ein riesiger Schwertkämpfer namens Raijuta versucht, den Meister des Dojo im Kampf zu besiegen, um das Dojo zu schließen. Raijuta behauptet, daß er mit seiner Tat den Verfall der japanischen Schwertkampftradition stoppen will, da man ein Schwert nur führen soll, wenn dieses in einem Kampf auf Leben und Tod benutzt wird. Da dies mit Kenshins Philosophie überhaupt nicht übereinstimmt, geraten die beiden Kämpfer aneinander. Dabei zeigt sich dann, daß Raijuta in der Lage ist, ein Bambusschwert mit tödlicher Kraft zu führen. Außerdem zeigt sich schnell, daß Yahiko und Raijutas Schüler Tsukayama Yutaro sich überhaupt nicht leiden können. Tsukayama ist der Sohn eines ehemaligen Samurai, der sich nun auf den Handel mit Schwertern verlegt hat. Außerdem gibt Tsukayamas Vater Raijuta die nötigen Mittel, um eine eigene Schule aufzubauen.

Mit diesen Band beweist der Macher dieses Manga, daß er weiterhin unterhaltsame Geschichten erzählen kann, indem er typische Themen eines amerikanischen Superheldencomic in die Zeit der japanischen Schwertkämpfer überträgt. Da man zugeben muß, daß einen die Charaktere dieses Comcis langsam ans Herz gewachsen sind, verfolgt man diese Abenteuer auch weiterhin sehr gerne.

Kenshin #6, erschienen bei Egmont (Manga & Anime)

Autor und Zeichner: Nobuhiro Watsuki

In der ersten Hälfte dieser Ausgabe wird die Geschichte über Raijuta und Yutaro zu Ende erzählt, in deren Verlauf sich herausstellt, daß Raijuta mit aller Macht versucht, Kenshin und seine Freunde zu vernichten, um seinen eigenen Kampfstil weiter zu etablieren. Bei diesem Vorhaben scheint ihm jedes Mittel recht zu sein und dies wird für Yutaro und seine Bemühungen, ein Schwertkämpfer zu werden, zum Verhängnis. Danach gibt es eine weitaus interessantere Kurzgeschichte zu lesen, in der Sanosuke die Hauptrolle spielt und in der er zufällig einen alten Freund und Kumpan aus der Zeit trifft, in der er noch voller Stolz Mitglied der nun ausgelöschten Sekihotai war, einer Armee, die für die Gleichheit aller Bürger kämpfte und deren Anführer Sozu Sagara Sanosuke sehr verehrt hatte. Der nun als Maler arbeitende Tsunan Tsukioka versucht nun, als er Sanosuke wieder gegenübersteht, diesen für einen Aufstand gegen die Regierung zu begeistern. Tsunan hat in der ganzen Zeit, in der er als Maler tätig war, im Geheimen viele Bomben hergestellt, mit denen er nun das Innenministerium zerstören will. Aus seiner Treue zu seiner alten Einheit heraus läßt sich Sanosuke darauf ein. Nun muß Kenshin das Schlimmste verhindern. Am Ende dieses Bandes bekommen wir die Gelegenheit, das Debütwerk von Nobohiro Watsuki zu bestaunen, das über Liebe und Soldatenehre in der hoffnungslosen Zeit des Krieges berichtet.

Die Schwäche dieses Bandes liegt in der ersten Hälfte und in der Geschichte um Raijuta. Das größte Problem des Zeichners ist es nämlich immer noch, Actionszenen auch nur halbwegs interessant zu Papier zu bringen. Die Kampfhandlungen sind so unübersichtlich dargestellt, daß man einfach nur auf deren schnelles Ende wartet. Hier hat Watsuki noch immer viel zu lernen.